Von Jispa nach Padum mit dem Motorrad: Tag 4 über den Shinku La nach Zanskar
Tag 4 unserer 11-tägigen Himalaya-Motorradtour: rund 150 km von Jispa über den Shinku La (16.580 ft) nach Zanskar, vorbei an Gonbo Rangjon und Sani bis Padum auf 3.670 m. Route, Höhen, Temperaturen und Stopps.

Tag 4 unserer 11-tägigen Himalaya-Motorradtour: Zanskar und Ladakh ist der Tag, von dem die meisten Fahrer hinterher erzählen. Sie verlassen Jispa in Lahaul, steigen zum Shinku La auf rund 5.050 m hinauf, fahren unter der Felsnadel des Gonbo Rangjon hinab ins Lungnak-Tal und erreichen schließlich Padum, den Hauptort von Zanskar. An diesem Tag lässt die Tour den üblichen Highway von Manali nach Leh hinter sich und biegt in eines der abgelegensten Täler Indiens ab.
Dieser Beitrag begleitet unsere Gruppe vom September 2026 durch diesen Tag, den sie am 15. September gefahren ist: die Route, die Höhen, die Temperaturen und die Stopps unterwegs.
Tag 4 auf einen Blick
Route: Jispa, Darcha, Shinku La, Lungnak-Tal, Gonbo Rangjon, Sani, Padum
Strecke: rund 150 km (Darcha bis Padum etwa 145 km)
Start: Jispa, rund 3.200 m
Höchster Punkt: Shinku La, 16.580 ft laut Passschild (rund 5.050 m)
Gonbo Rangjon: 5.520 m
Ziel: Padum, rund 3.670 m
Motorrad: Royal Enfield Himalayan 450
Übernachtung: Padum
Aufbruch in Jispa
Nach der ersten Nacht über 3.000 m in Jispa ist die Gruppe früh auf den Beinen. Als wir bei unserer September-Tour losfuhren, hatte es in Jispa etwa 10 °C: kalt im Schatten, warm, sobald die Sonne den Talboden erreichte.
Der erste Abschnitt folgt dem Fluss Bhaga nach Norden bis Darcha, dem letzten Dorf vor dem Anstieg. Hier zweigt die Straße nach Zanskar vom Highway Manali–Leh ab.

Unser Begleitfahrzeug ist den ganzen Tag mit der Gruppe unterwegs und hat Ersatzteile, Gepäck, Wasser und das Werkzeug des Mechanikers an Bord. An einem Tag wie diesem, mit einem 5.000-m-Pass und nur wenigen Dörfern, sorgt es dafür, dass alle entspannt bleiben und die Fahrt genießen können.

Shinku La: das Tor nach Zanskar
Der Shinku La ist der Pass zwischen Lahaul in Himachal Pradesh und Zanskar in Ladakh. Auf dem Schild an der Passhöhe stehen 16.580 ft, also rund 5.050 m; manche Quellen nennen etwas mehr. So oder so ist er der höchste Punkt des Tages und einer der Höhepunkte der gesamten Tour.
Jahrelang kamen hier nur Trekker über den Pass. Die Straße ist neu, und darunter wird bereits ein Tunnel gebaut. Das zeigt, wie sehr sich Zanskar gerade verändert. Noch fühlt es sich wie eine echte Leistung an, mit dem Motorrad über die Passhöhe zu fahren.
Bei unserer Tour hatte es oben etwa 2 °C, dazu ein kalter Wind und überall Gebetsfahnen. Wir halten für Fotos und ein paar tiefe Atemzüge und vergewissern uns, dass sich alle in der Höhe wohlfühlen.

Gonbo Rangjon: der Berg Gottes
Auf der Zanskar-Seite führt die Straße hinab ins Lungnak-Tal, und am Ende des Tals taucht ein einzelner Felsgipfel auf. Das ist der Gonbo Rangjon, 5.520 m hoch, der fast einen Kilometer über den Talboden aufragt.

Die Einheimischen nennen ihn den Berg Gottes. Sein Name bedeutet „Thron des Gonbo“, und er gilt als Wohnsitz von Gonbo, einer Erscheinungsform der Schutzgottheit Mahakala. Woran Sie auch glauben: Es fällt schwer, nicht anzuhalten und zu staunen.
Nahe seinem Fuß halten wir am Fluss für ein Gruppenfoto. Bei unserer Tour hatte es dort mittags etwa 8 °C.

Mittagessen im Lungnak-Tal
Zwischen Shinku La und Padum gibt es kaum Möglichkeiten zum Essen, also wird dort Mittag gemacht, wo die kleinen Dhabas stehen: ein paar Plastikstühle, warmes Essen, Tee und Blick auf die Berge. Niemand hat es eilig.

Die Menschen in Zanskar
Das Lungnak-Tal gehört zu den am wenigsten besuchten Winkeln Ladakhs, und die Dörfer sind klein und ruhig. In jedem von ihnen hören Sie denselben Gruß: Julley. Er bedeutet Hallo, Danke und Auf Wiedersehen zugleich.


Weiter talabwärts stehen weiß getünchte Chörten auf den Graten über der Straße, und die Fahrt geht in lange, entspannte Abschnitte fast ohne Verkehr über.

Stahlbrücken führen die Straße über die Seitenflüsse. Das Wasser darunter ist grau vom Gletscherschmelzwasser und so laut, dass man es über die Motoren hinweg hört.

Phuktal ganz in der Nähe
Vom Lungnak-Tal aus ist das Kloster Phuktal nicht weit, es liegt etwa 52 km südöstlich von Padum. Es ist hoch oben in einer Felswand in den Eingang einer Höhle gebaut und war bis zur Ankunft der neuen Straße im Jahr 2023 nur zu Fuß erreichbar. Viele Fahrer fragen danach: Wenn Zeit und Straßenverhältnisse es auf einer individuellen Reise zulassen, ist es einer der eindrucksvollsten Orte in Zanskar.
Sani und Padum
Kurz vor Padum halten wir in Sani, etwa 6 km von der Stadt entfernt. Anders als die meisten Klöster in Ladakh, die auf Felsen thronen, steht Sani auf ebenem Grund, dort, wo sich das Stod-Tal zur zentralen Ebene von Zanskar öffnet. Es gilt als eine der ältesten religiösen Stätten in Ladakh und Zanskar.

Padum liegt auf rund 3.670 m und ist der Hauptort und das Verwaltungszentrum von Zanskar. Der Name geht auf Padmasambhava zurück, den Lehrer, der den Buddhismus in den Himalaya brachte. Bei unserer Tour hatte es in Padum am frühen Abend etwa 13 °C, vor Sonnenaufgang fiel die Temperatur auf knapp 2 °C.
Auf unserer September-Tour kamen wir mitten im Zanskar-Festival an, mit Musik, Fahnen und, so schien es, dem ganzen Tal auf dem Festplatz.

Abendessen in Padum
Der Tag endet, wie jeder gute Motorradtag enden sollte: an einer langen Tafel, mit warmem Essen und viel Gelächter. Der Road Captain bespricht mit der Gruppe Tag 5, und alle gehen früh schlafen.

Temperaturen an Tag 4 (15. September 2026)
Jispa, früher Morgen: etwa 10 °C
Shinku La, Vormittag: etwa 2 °C
Gonbo Rangjon, Mittag: etwa 8 °C
Padum, früher Abend: etwa 13 °C, vor Sonnenaufgang knapp 2 °C
Diese Werte stammen aus historischen Wetterdaten für jeden Ort an dem Tag, an dem wir gefahren sind. Im Sommer können Sie mit ähnlichen Tagestemperaturen rechnen, Ende September mit kälteren Morgen.
Was Sie an Tag 4 tragen und dabeihaben sollten
Komplette Motorradbekleidung mit einer warmen Schicht und winddichten Handschuhen für den Pass
Ein Halswärmer oder Schlauchtuch. Der Wind am Shinku La ist selbst bei Sonnenschein kalt.
Sonnenbrille, Sonnencreme und Lippenpflege. Das Licht auf 5.000 m ist intensiv.
Wasser und ein paar Snacks. Zwischen Darcha und Padum gibt es nur wenige Essensstopps.
Etwas Bargeld. In Zanskar gibt es nur sehr wenige Geldautomaten.
Wenn Sie sich wegen der Höhe Sorgen machen, lesen Sie unseren Ratgeber Was Sie vor einer Himalaya-Motorradtour wissen sollten. Unser Ratgeber zur Motorradtour Manali–Leh erklärt, worin sich diese Route vom klassischen Highway unterscheidet.
Tag 4 im Ablauf der 11 Tage
Tag 1: Von Delhi nach Manali
Tag 2: Vorbereitungstag in Manali (zum Beitrag über Tag 2)
Tag 3: Von Manali nach Jispa (zum Beitrag über Tag 3)
Tag 4: Von Jispa über den Shinku La nach Padum, dieser Beitrag
Tag 5: Von Padum nach Lamayuru
Tag 6: Von Lamayuru nach Leh
Tag 7: Von Leh über den Khardung La ins Nubra-Tal
Tag 8: Vom Nubra-Tal zum Pangong-See
Tag 9: Vom Pangong-See über den Umling La nach Hanle
Tag 10: Von Hanle nach Leh
Tag 11: Abreise aus Leh
Häufige Fragen zu Tag 4
Wie hoch ist der Shinku La?
Auf dem Schild an der Passhöhe stehen 16.580 ft, rund 5.050 m. Manche Quellen nennen einen etwas höheren Wert. Es ist der höchste Punkt von Tag 4.
Ist die Straße nach Padum asphaltiert?
Ein großer Teil der neuen Straße von Darcha nach Padum ist asphaltiert, aber es bleibt eine Bergstraße in einem abgelegenen Tal, und der Belag kann sich durch Wetter und Bauarbeiten ändern. Der Road Captain passt das Tempo an die Bedingungen des Tages an.
Was ist der Gonbo Rangjon?
Ein 5.520 m hoher Felsgipfel im Lungnak-Tal, der den einheimischen Buddhisten heilig ist. Sie sehen in ihm den Wohnsitz der Schutzgottheit Gonbo. Er liegt direkt an der Straße.
Besuchen wir das Kloster Phuktal?
Phuktal liegt etwa 52 km von Padum entfernt. Es gehört nicht zur Standardroute von Tag 4, wir können es aber in eine individuelle Expedition einbauen.
Gibt es in Zanskar Handyempfang und Kraftstoff?
In Padum gibt es Kraftstoff und stellenweise Handyempfang. Zwischen Darcha und Padum gibt es von beidem sehr wenig. Deshalb fahren Begleitfahrzeug und Mechaniker mit der Gruppe.
Zanskar 2027 mit dem Motorrad erleben
Unsere Termine 2027 für die 11-tägige Himalaya-Motorradtour sind buchbar, von Juni bis September, jeweils mit höchstens zehn Fahrern, einem Road Captain, einem Mechaniker und einem Begleitfahrzeug. Mit den neuen Straßen verändert sich Zanskar schnell. Wenn Sie es erleben möchten, solange es sich noch wie das Ende der Welt anfühlt, wählen Sie einen Termin im Kalender oder schreiben Sie uns.
Als Nächstes in dieser Reihe: Tag 5, von Padum nach Lamayuru.


